Brunnenbauer
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Randalls Brunnenbauer gehört zu den besonders interessanten bodenbewohnenden Fischen der Meerwasseraquaristik. Seine helle Grundfärbung mit markanten dunklen, bräunlichen bis schwarzen Zeichnungselementen verleiht Opistognathus randalli ein attraktives und kontrastreiches Erscheinungsbild. Seinen besonderen Reiz entwickelt dieser Fisch jedoch vor allem durch sein außergewöhnliches Verhalten: Er errichtet im Bodengrund eine eigene Wohnhöhle und verbringt einen großen Teil des Tages unmittelbar an deren Eingang.Opistognathus randalli ist im Indopazifik verbreitet und bewohnt dort sandige und geröllreiche Bereiche in der Nähe von Korallenriffen. Die Tiere legen Wohnröhren im Bodengrund an und verwenden kleine Steine, Muschelstücke und Korallenbruch, um die Wände und den Eingang ihrer Höhle zu stabilisieren. Von dort aus beobachten sie aufmerksam ihre Umgebung und ziehen sich bei Gefahr blitzschnell in ihre Wohnröhre zurück.Zur aquaristischen Haltung:Randalls Brunnenbauer benötigt ein Aquarium, das seiner ausgeprägten grabenden Lebensweise gerecht wird. Besonders wichtig ist ein ausreichend hoher und geeigneter Bodengrund. Ein dünner, rein dekorativer Sandboden reicht für die artgerechte Haltung dieser Art nicht aus.Ideal ist eine ausreichend tiefe Sandschicht aus feinem bis mittelgrobem, nicht scharfkantigem Material. Zusätzlich sollten kleine Steinchen, Muschelbruch und unterschiedliche Größen von Korallenbruch angeboten werden. Opistognathus randalli nutzt dieses Material aktiv für den Bau und die Stabilisierung seiner Wohnhöhle.Das Grabverhalten ist besonders interessant zu beobachten. Sand und kleinere Baumaterialien werden mit dem Maul aufgenommen, transportiert und gezielt an der gewünschten Stelle abgelegt. Die Wohnhöhle wird kontinuierlich gepflegt, erweitert und bei Bedarf repariert. Auch ein bereits fertig erscheinender Bau kann deshalb regelmäßig verändert werden.Der Riffaufbau muss unbedingt gegen Untergraben gesichert sein. Größere Steine und Riffstrukturen sollten stabil auf dem Aquarienboden beziehungsweise auf einer geeigneten Unterkonstruktion stehen und nicht ausschließlich auf losem Sand aufliegen. Durch die intensive Grabtätigkeit können Bereiche unter Steinen freigelegt werden, wodurch ein schlecht gesicherter Riffaufbau instabil werden kann.Nach erfolgreicher Eingewöhnung ist Opistognathus randalli häufig gut zu beobachten. Die Tiere stehen typischerweise unmittelbar über oder vor dem Eingang ihrer Wohnhöhle und beobachten von dort das Geschehen im Aquarium. Bei einer Störung verschwinden sie blitzschnell rückwärts in ihrem Bau und erscheinen häufig kurze Zeit später wieder am Höhleneingang.Obwohl Randalls Brunnenbauer stark an seine Wohnhöhle gebunden ist, verlässt er diese zur Nahrungsaufnahme und schnappt nach vorbeischwebenden Futterpartikeln. Ausgedehnte Schwimmstrecken durch das gesamte Aquarium gehören dagegen nicht zu seinem typischen Verhalten.Die Ernährung sollte abwechslungsreich und überwiegend tierisch gestaltet werden. Geeignet sind Frostfuttersorten wie Mysis, Cyclops und fein zerkleinerter Krill. Auch hochwertiges Granulatfutter in geeigneter Größe kann von gut eingewöhnten Tieren angenommen werden.Das Futter sollte idealerweise mit der Strömung in die Nähe der Wohnhöhle gelangen. Besonders in Aquarien mit schnellen und durchsetzungsfähigen Futterkonkurrenten muss darauf geachtet werden, dass der Brunnenbauer tatsächlich ausreichend Nahrung aufnehmen kann. Eine gezielte Fütterung in der Nähe des Höhleneingangs kann dabei hilfreich sein.Mehrere kleinere Fütterungen über den Tag verteilt entsprechen dem natürlichen Fressverhalten besser als eine einzelne große Fütterung. Besonders während der Eingewöhnung sollte die Futteraufnahme aufmerksam kontrolliert werden.Gegenüber den meisten friedlichen Riffbewohnern zeigt sich Opistognathus randalli in der Regel gut verträglich. Der unmittelbare Bereich rund um die eigene Wohnhöhle kann allerdings gegenüber anderen bodenbewohnenden Fischen und Artgenossen verteidigt werden.Eine Paarhaltung beziehungsweise die Haltung mehrerer Tiere ist bei entsprechend großer Bodenfläche und ausreichendem Abstand zwischen den Wohnhöhlen grundsätzlich möglich. Für kleinere Aquarien ist die Einzelhaltung in der Regel unkomplizierter. Werden mehrere Brunnenbauer gepflegt, sollten ausreichend geeignete Grabstellen und Baumaterial vorhanden sein.Besonders interessant ist das Fortpflanzungsverhalten der Brunnenbauer. Wie andere Vertreter der Familie Opistognathidae betreibt auch Opistognathus randalli Maulbrutpflege. Das Männchen nimmt das Gelege ins Maul und schützt die Eier während ihrer Entwicklung. Dieses außergewöhnliche Brutpflegeverhalten macht Brunnenbauer auch aus verhaltensbiologischer Sicht besonders interessant.Opistognathus randalli eignet sich sehr gut für das Riffaquarium. Korallen werden nicht gefressen oder gezielt geschädigt. Durch das intensive Graben und Umlagern des Bodengrundes kann allerdings Sand auf niedrig stehende Korallen gelangen. Empfindliche Korallen und kleine Ableger sollten deshalb mit ausreichend Abstand zum Bodengrund platziert werden.Ein besonders wichtiger Punkt bei der Haltung ist die Sprungfähigkeit. Brunnenbauer können bei Schreckreaktionen mit hoher Geschwindigkeit aus dem Aquarium springen. Besonders während der Eingewöhnung oder wenn noch keine geeignete Wohnhöhle vorhanden ist, kann das Risiko erhöht sein.Eine lückenlose Abdeckung beziehungsweise ein engmaschiger Springschutz ist daher dringend erforderlich. Auch kleine Öffnungen rund um Kabel, Rohrleitungen und andere technische Komponenten sollten sorgfältig gesichert werden.Das Aquarium sollte über eine gute Wasserqualität, ausreichende Sauerstoffversorgung, abwechslungsreiche Strömung und dauerhaft stabile Wasserwerte verfügen. Entscheidend für die erfolgreiche Haltung sind vor allem ein ausreichend tiefer und geeigneter Bodengrund, genügend Baumaterial und ein standsicherer Riffaufbau.Lateinischer Name:• Opistognathus randalliDeutscher Name:• Randalls BrunnenbauerGröße:• Endgröße: ca. 9–10 cm• Aktuelle Größe: 5–6 cmAquariengröße:• ab ca. 200 Liter• ausreichend große Bodenfläche und tiefer Bodengrund erforderlichTemperatur:• 24°C – 27°CBodengrund:• ausreichend hoher Sandboden• feiner bis mittelgrober, nicht scharfkantiger Sand The Sand Bahama Nature , The Sand Bahama White• unterschiedliche Korngrößen von Vorteil• kleine Steinchen, Muschelstücke und Korallenbruch als Baumaterial anbieten• Riffaufbau unbedingt gegen Untergraben sichernFutter:• Frostfutter (Krill, Mysis, Cyclops)• hochwertiges feines Granulatfutter Soft MultiMix, Soft Protein Superfood, Soft Spirulina• hochwertiges Flockenfutter• kleine Krebstiere und andere marine Futterorganismen (Zooplankton) Fish Plankton, Ocean Plankton• mehrere kleinere Fütterungen täglich• Futter kann zusätzlich mit Vitaminen und marinen Fettsäuren angereichert werden Food Energizer• natürliche Nahrung im Rahmen des Putzerverhaltens• mehrere kleinere Fütterungen täglichSchwierigkeitsgrad:• mittel• geeigneter Bodengrund und ausreichend Baumaterial sind besonders wichtigVergesellschaftung:• gegenüber friedlichen Riffbewohnern gut verträglich• einzeln oder bei ausreichend Bodenfläche auch als Paar beziehungsweise mit Artgenossen• unmittelbarer Bereich der Wohnhöhle kann verteidigt werden• aggressive und stark territoriale Bodenbewohner vermeiden• sehr gut für Riffaquarien geeignet• Korallen werden nicht gefressen• niedrig stehende Korallen vor umgelagertem Sand schützen• ausreichend Baumaterial für die Wohnhöhle anbieten• Riffaufbau unbedingt gegen Untergraben sichern• Aquarium lückenlos gegen Herausspringen sichernHinweis: Opistognathus randalli ist aufgrund seines ausgeprägten Höhlenbauverhaltens ein faszinierender Bewohner des Meerwasseraquariums. Randalls Brunnenbauer errichtet eine eigene Wohnröhre im Bodengrund und verwendet Sand, kleine Steine, Muschelstücke und Korallenbruch gezielt als Baumaterial. Ein ausreichend tiefer Bodengrund mit unterschiedlichen Korngrößen ist deshalb eine wesentliche Voraussetzung für die artgerechte Haltung. Besonders wichtig sind außerdem ein standsicherer Riffaufbau und eine lückenlose Abdeckung des Aquariums. Als Maulbrüter zeigt die Art darüber hinaus ein außergewöhnliches Fortpflanzungs- und Brutpflegeverhalten.